Verständnis und generelle Ziele
Pädagogisch therapeutisches Konzept

 

 

Verständnis und generelle Ziele

Das Kind ist in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit nicht isoliert, sondern in seinen Beziehungen zu betrachten. Persönliche Reifung und Selbständigkeit sind Ziele für die pädagogische Arbeit mit dem Kind. Um diese Ziele zu erreichen, sind neue Beziehungs- und Verhaltensmuster zwischen dem Kind und den wichtigen Bezugspersonen einzuüben.

Wir sind bestrebt - unter Berücksichtigung der persönlichen und familiären Umstände - auf eine reale Wirklichkeit nach dem Heimaustritt hinzuwirken.
In jedem Falle sind die pädagogisch-therapeutischen Bemühungen auch auf die familiären Ressourcen abzustimmen. Das Kinderheim Grünau stellt Instrumentarien bereit, damit diese erkannt und auch nutzbar gemacht werden können. Wir klären ab, in wiefern die Eltern für Einkäufe, Arzt- und Schulbesuche etc. einbezogen werden können. Wir achten auf sinnvolle Vermittlung von Anliegen und Bedürfnissen der Eltern. (z.B. kulturelle und religiöse Werte).
Das Kinderheim Grünau unterstützt die erzieherischen Kompetenzen der Eltern und ermuntert sie zur Übernahme von Verantwortung. Die Erfahrung, dass sie auch etwas gewinnen, vermag möglicherweise ihr pädagogisches Engagement zu vergrößern.
Die ideelle Auseinandersetzung ist erwünscht, die Annäherung der erzieherischen Werthaltungen zwischen Familie und Heim wird angestrebt.
An klar abgegrenzten Orten kann die Familie ein Stück Leben im Kinderheim Grünau miterleben. Der Unterschied zwischen der Familie und dem Kinderheim mit seinen speziellen Angeboten aber soll zur Sprache kommen. Das soziale und kulturelle Verständnis kann besser entwickelt werden, wenn gegenseitige Einblicke verschiedener Art möglich sind.

 

Beachtung
familiärer
Resourcen

Pädagogisch therapeutisches Konzept

Das Kinderheim Grünau orientiert sich in der Arbeit mit den Familien am systemischen Denkansatz. Die einschlägige Literatur wird für die den pädagogischen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.
Die Arbeit mit Eltern und Familien soll nicht einfach einem/r Spezialisten/in übertragen werden. Es ist Aufgabe des pädagogischen und therapeutischen Personals, Eltern- und Familienarbeit zu leisten. Grundlegende Kenntnisse darin sind Voraussetzung, damit die Mittel wirksam eingesetzt werden können.

Die interne und externe Weiterbildung wird immer wieder auf die Familienthematik ausgerichtet und gezielt gefördert. Mitarbeiter/innen befassen sich intensiv mit prozess- und systemorientierten Formen der Familienarbeit. In speziell initiierten Fallsupervisionen wird die systemische Denkweise diskutiert und integriert.

In den Planungssitzungen wird der systemorientierten Denkweise genügend Platz und Aufmerksamkeit eingeräumt. Bei beratenden und therapeutischen Sitzungen mit der ganzen Familie nimmt nebst dem/der Sitzungsleiter/in ein Teammitglied teil. Dadurch den fachlichen Hintergrund der Mitarbeitenden hat die Familie die Möglichkeit, Lernerfahrungen anhand von konkreten Beispielen zu machen.

Die/der Sozialpädagoge/in, der Psychologe sowie die Lehrer/innen helfen in den ersten Monaten des Aufenthaltes mit, ein umfassendes Bild über die familiäre Situation zusammenzutragen. Dieses ist bei der Planung der Mittel hilfreich, um die Kräfte nutzbringend einzusetzen und die Ressourcen optimal auszuschöpfen. 

Leitidee
Familien-
orientiertes
Denkmodell

 

 

Theoretische
Grundkenntnisse erwerben

 

 

Fallbezogene
Weiterbildung
  
 
Abklärungs-
gespräch
Familiensituation

Dieses erste Auswertungsgespräch wird im kleinen Rahmen gehalten, damit wir den Eltern Realitäten, die im Zusammenhang mit der Entstehung des abweichenden Verhaltens ihres Kindes relevant sind, aufzeigen und für eine Zusammenarbeit gewinnen zu können. In verständlichen Bildern erklären wir den Eltern und dem Kind, wie die Schwierigkeiten entstehen konnten, wo zudem die korrigierenden Bemühungen ansetzen müssen, und wie lange der Aufenthalt mindestens dauern soll. Wir bemühen uns, die Familie zur Mitarbeit zu gewinnen, wobei wir den Zusammenhang zwischen ihrem Engagement und der Entwicklung des Kindes aufzeigen. In dieser Sitzung legen wir den Grundstein für die Zusammenarbeit und allfällige Familiengespräche und stecken den zeitlichen Rahmen konkret ab. Im weiteren sprechen wir Bereiche an, in denen die Eltern Verantwortung übernehmen können wie: Wäschebesorgung, Wochenendregelung und Ferienbetreuung, Bereitschaft zur Mitarbeit bei wichtigen Themen wie Rauchen, Drogenkonsum, Freizeitgestaltung, Sackgeldabgabe, Einkauf von Toilettenartikel und Kleider, Mithilfe bei Hausaufgaben, usw.

Die Planungsbesprechungen dienen primär dazu, Standortbestimmungen vorzunehmen und die Zukunft aufgrund der aktuellen Begebenheiten zu planen. Wir geben den verantwortlichen Personen - in erster Linie den Eltern und dem/r einweisenden Stelle Rechenschaft über unsere Arbeit. Wir treffen in dieser Sitzung Entscheide, die im Rahmen des Grünaukonzeptes liegen. Außerdem motivieren wir die Eltern, in zusätzlichen Beratungsbesprechungen ungelöste, mit der Erziehung zusammenhängende Konflikte anzugehen. In den Planungssitzungen diskutieren wir die individuellen, die familiären und die institutionellen Zielsetzungen und stimmen die Bemühungen aufeinander ab.

Die Heimleitung und die Sozialpädagogen/innen sind bemüht, die Kontakte mit den Eltern / Familien aufrecht zu erhalten und wenn möglich auszubauen.

Institutionalisierte Kontakte sind:

Halbjährliches Standortgespräch

Die Elterntage

Auffahrtsausflug

Adventsfeier

Beratende Gespräche

Weitere Kontakte können sein:

Spezielle Elternbesuche

Kontakte beim Abholen und zurückbringen

Sportliche Anlässe

Examen und Schulbesuchstage

Telefonate

Geburtstagsfeiern

Übergabe von Aufgaben bei besonderen Anlässen

Einbezug beim Mitgestalten von festlichen Anlässen

Mit der institutionseigenen Pädagogik-Software wird die Entwicklung des Kindes und die Zusammenarbeit mit den Eltern auf die halbjährlichen Standortgespräche hin ausgewertet.

 

Informations-
gespräch über
Abklärungs-
ergebnisse

 

 

Planungs-besprechungen

 

 

Kontakte mit
Eltern

 

 

Institutionalisierte Kontakte

 

 

Weitere Kontakte

 

 

Auswertung der Familiensituation
aus Pädagogik-
software